Psychosomatische Beschwerden

 

Das Wort „Psychosomatik“ (psyche = Seele, soma = Körper) bezeichnet das Wechselspiel zwischen körperlichen und seelischen Vorgängen. Mit anderen Worten:  jedes Gefühl führt zu einer körperlichen Reaktion und jede körperliche Reaktion löst bestimmte Gefühle aus. Psychosomatische Reaktionen sind durchaus eine völlig gesunde Form des körperlichen Erlebens.

 

Psychosomatische Erkrankungen hingegen stellen eine pathologische Form des Zusammenspiels zwischen Körper und Seele dar. Hier wirken sowohl körperliche, wie auch psychische Faktoren für die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten zusammen. Dabei unterscheidet man folgende Auslöser:

 

  • Körperlich-seelischer Zusammenhang: Eine Krankheit äußert sich körperlich (Herzinfarkt, Tumor, etc.), zieht jedoch eine erhebliche psychische Belastung nach sich, was den Krankheitsverlauf, sowie den Genesungsprozess negativ beeinflusst.
  • Seelisch-körperlicher Zusammenhang: Symptome äußern sich körperlich, wurden aber durch psychische Faktoren ausgelöst, wie es z.B. bei Magen-Darmerkrankungen, dermatologischen (Haut) Beschwerden, Asthma, etc.

 

Häufige psychosomatische Leiden (Quelle: Dr. Hans Morschitzky)

 

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck, funktionelle Herzrhythmusstörungen,…)
  • Atemstörungen (z.B. Hyperventilation, psychogener Husten, Asthma,…)
  • Akute und chronische Erkrankungen des Verdauungstraktes (z. B. Reizmagen, -darm, Gastritis, Morbus Chron, Colitis ulcerosa,...)
  • Somatoforme Funktionsstörungen des urogenitalen Systems (z. B. Reizblase, Harnverhaltung,..)
  • Hauterkrankungen (z. B. Neurodermitis, Schuppenflechte, Herpes,..)
  • Gynäkologische Beschwerden (z. B. chronische Unterleibsbeschwerden, genitaler Juckreiz, Blutungs- und Zyklusstörungen,…)
  • Störungen der Sinneswahrnehmungen (z. B. Tinnitus, Hörsturz, Drehschwindel,..)
  • Psychosomatisch relevante Störungen in den Bereichen Hals, Nasen und Stimme (z. B. Globusgefühl, Riechstörung, Stimmstörung,…)
  • Psychosomatisch relevante Augenprobleme (z. B. Verlust der Sehschärfe, verschwommenes Sehen, Doppelbilder,…)
  • Psychosomatisch relevante Zahnprobleme (z. B. Zähneknirschen, Muskelverspannungen im Kiefer- und Gesichtsbereich,….)
  • Psychosomatisch relevante Bewegungsstörungen (z. B. Gang- und Standstörungen, Lähmungen, psychogener Tremor, psychogener Schwindel, Multiple Sklerose,…)
  • Psychosomatisch relevante Schmerzstörungen (z. B. Migräne, Rückenschmerzen, Fibromyalgie,..)

Ursachen für psychosomatische Erkrankungen

 

Im Grunde kann jedes körperliche Leiden psychische Hintergründe haben. Die Ursachen für die Entstehung und den Verlauf einer psychosomatischen Erkrankung sind vielfältig und werden häufig von den Betroffenen lange Zeit nicht bemerkt.

Einen großen Anteil daran hat sicherlich Stress, der sich aus dauerhafter Überlastung einerseits, und dem Nicht-Wahrnehmen psychischer Anstrengungen andererseits ergibt. Häufig glauben viele Menschen, dass einschneidende Erlebnisse, wie eine Trennung, der Tod einer nahestehenden Person, Arbeitsplatzverlust, etc. schnell verarbeitet werden müssen. Daraus kann jedoch eine psychische Überforderung entstehen, die sich mitunter auch körperlich manifestiert. Stress beeinflusst das Hormonsystem und hat Auswirkungen auf das Herz-Kreislaufsystem und das Immunsystem.

 

Auch dauerhafte innere Zwiespältigkeit, meist nicht bewusst, wie Ärger, Kränkungen, Neid, udgl. können sich in Körpersymptomen äußern. Diese ergeben sich entweder aus aktuellen Anlässen, aber auch traumatische Ereignisse aus der Vergangenheit können an einer Krankheitsentstehung mitwirken. Psychische Verletzungen, wie bspw. körperliche u./o. sexuelle Gewalt, verändern das Erleben und Bewerten bestimmter körperlicher Vorgänge. Davon betroffene Personen neigen später verstärkt zu Angst-und Panikstörungen, Depressionen, sowie Magen-Darm-Beschwerden oder chronischen Unterleibsschmerzen.

 

Der Umgang mit dem eigenen Körper, wie Gesundheit vom Einzelnen definiert wird, wie Körperreaktionen wahrgenommen, analysiert und bewertet werden, all das macht den Unterschied, ob eine Körperempfindung bereits als Krankheit oder als harmloses Unwohlgefühl definiert wird. Auch die Art und Weise, wie die Umwelt auf bestimmte Körpersymptome reagiert, prägt und verstärkt unter Umständen die Symptomatik und das jeweilige Krankheitsverhalten.

Druckversion Druckversion | Sitemap
© 2017 Mag. Caroline Makovec · Klinische- und Gesundheitspsychologin · Psychologische Praxis in 1060 Wien · Mobil 0699 199 379 63 · praxis@psychologie-makovec.at

Anrufen

E-Mail