Wenn aus Nähe Distanz geworden ist
Ich bin davon überzeugt, dass eine glückliche und tragfähige Beziehung eine große Quelle von Kraft, Geborgenheit und Sicherheit sein kann. Gleichzeitig kann kaum etwas so belastend sein wie eine Partnerschaft, in der Nähe verloren gegangen ist und Konflikte zunehmend den gemeinsamen Alltag bestimmen.
Die gute Nachricht ist: Schwierigkeiten in einer Beziehung bedeuten nicht zwangsläufig, dass die Liebe füreinander verloren gegangen ist.
Oft geraten Paare mit der Zeit in Beziehungsmuster, die sich immer wiederholen. Beide reagieren aufeinander, fühlen sich verletzt, unverstanden oder zurückgewiesen – und obwohl sich eigentlich beide wieder mehr Nähe wünschen, scheint genau diese immer schwerer erreichbar zu werden.
Vielleicht kennen Sie das ...
Hinter solchen Konflikten liegen häufig nicht Gleichgültigkeit oder fehlende Liebe, sondern unerfüllte emotionale Bedürfnisse, Verletzungen und die Angst, den anderen nicht mehr erreichen zu können.
Genau hier setzt die Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) an.
Emotionsfokussierte Paartherapie
Die Emotionsfokussierte Paartherapie wurde von Sue Johnson und Les Greenberg entwickelt und basiert unter anderem auf Erkenntnissen der Bindungsforschung.
Im Mittelpunkt steht die emotionale Verbindung zwischen den Partner:innen. Statt ausschließlich danach zu fragen, worüber ein Paar streitet, betrachten wir gemeinsam, was zwischen beiden geschieht, wenn ein Konflikt entsteht.
Was löst die Reaktion des anderen in mir aus?
Was geschieht hinter Ärger, Rückzug oder Kritik?
Welche Verletzlichkeit bleibt dabei häufig unausgesprochen?
Und wonach sehne ich mich eigentlich von meinem Partner oder meiner Partnerin?
Im Laufe einer Beziehung können sich negative Interaktionsmuster entwickeln, die zunehmend ein Eigenleben bekommen. Ein Partner fordert beispielsweise stärker Nähe oder eine Reaktion ein, während der andere sich unter Druck gesetzt fühlt und zurückzieht. Dieser Rückzug verstärkt wiederum das Gefühl des ersten Partners, nicht gesehen oder nicht wichtig zu sein – wodurch dieser noch stärker reagiert.
Mit der Zeit wird das Muster zum eigentlichen Problem, nicht der einzelne Partner.
Diese Erkenntnis kann für Paare sehr entlastend sein.
Wieder miteinander in Verbindung kommen
In der Paartherapie geht es zunächst darum, solche wiederkehrenden Muster gemeinsam zu erkennen und zu verstehen.
Nach und nach können die Gefühle und Bedürfnisse sichtbar werden, die hinter den bisherigen Reaktionen liegen. Dadurch entsteht die Möglichkeit, einander wieder anders zu begegnen: weniger aus Verteidigung, Rückzug oder Angriff und zunehmend aus Offenheit und emotionaler Sicherheit.
EFT möchte deshalb nicht nur dabei helfen, Konflikte besser zu lösen. Ziel ist es, die emotionale Verbindung und Sicherheit innerhalb der Beziehung zu stärken.
Paare können lernen, sich in schwierigen Momenten wieder gegenseitig zu erreichen, Bedürfnisse klarer auszudrücken und aufeinander so zu reagieren, dass Nähe wieder möglich wird.
Manchmal bedeutet das, verloren geglaubte Verbundenheit wiederzufinden. Manchmal geht es darum, Verletzungen gemeinsam zu verarbeiten oder Vertrauen neu aufzubauen. Und manchmal hilft Paartherapie auch dabei, Klarheit darüber zu gewinnen, welchen gemeinsamen Weg ein Paar künftig gehen möchte.
Ein geschützter Raum für beide
In meiner Arbeit geht es nicht darum, herauszufinden, wer recht hat oder wer schuld ist.
Beide Partner:innen sollen mit ihrer jeweiligen Wahrnehmung, ihren Gefühlen und Bedürfnissen Raum bekommen. Gemeinsam versuchen wir zu verstehen, was zwischen Ihnen geschieht und was Sie benötigen, um einander wieder sicherer begegnen zu können.
Dabei bietet die Emotionsfokussierte Paartherapie einen wissenschaftlich fundierten Rahmen, den ich mit meiner klinisch-psychologischen Erfahrung verbinde.
Wenn Sie das Gefühl haben, sich als Paar verloren zu haben, sich aber wieder näherkommen möchten, begleite ich Sie gerne dabei.
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